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Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation, weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).

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Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zum 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 oder auch https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik und vom Sozialgericht Köln erging die einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerzklinik.com/sozialgericht3.

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Polyneuropathie
(PNP)

PNP ist eine gängige Abkürzung für die Polyneu ropathie

Der Begriff

Der Begriff "poly" steht für "viele", "Neuro" für Nerven und der Wortteil "pathie" kann mit "Erkrankung" übersetzt werden. Eine Polyneu ropathie ist demnach Folge einer Erkrankung mehrer Nerven.

Die Krankheit tritt in vielen Variationen auf. Je nach Ursache können vorwiegend sensible (= die Empfindung betreffende), motorische (der Bewegung dienende) oder vegetative (= das unbewußte, unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nerven betroffen sein, mehr deren Markscheide (hpts. Myelin) oder auch eher der Fortsatz der Nervenzelle (Axon). Darüber hinaus gibt es noch symmetrische und asymmetrische Formen.

Die möglichen Ursachen einer Polyneuropathie sind äußerst vielfältig (Griffin 1984, Ludin 1984). Gibbels (1980) nennt in einer großen Übersichtsarbeit 168 mögliche Grundkrankheiten. In der Praxis dominieren mit je einem Drittel der Fälle die al kohol ische (tox ische) und die d iabet ische (me tabolische) Genese (= Entstehung) (Neundörfer 1988).

Die verschiedenen Formen einer Polyneuropathie, geordnet nach Ursachen:

  1. Infektiöse Polyneuropathie

  2. Metabolische Polyneuropathie 

  3. Ischämische Polyneuropathie

  4. Toxische Polyneuropathie     (z.B. alkoholische Polyneuropathie)

Ad 1: Die infekt iöse Polyn europat hie ist eine Erkrankung mehrerer Nerven nach oder im Rahmen einer ansteckenden, übertragbaren Krankheit. Das klassische Beispiel ist die Borreliose, eine Multisystemerkrankung, die Stadien abläuft. Die variable Symptomatik reicht von akuten Hautläsionen (Erythema chronicum migrans) bis hin zu schweren rheumatologischen, neurologischen und kardialen (= das Herz betreffenden) Manifestationen (=Erscheinungen).
Grundsätzlich kann jede der klinischen Manifestationen
(= Krankheitszeichen) isoliert, aber auch in Kombinationen auftreten.
In Mitteleuropa erfolgt die Übertragung des krankheitauslösenden Bakteriums Borrelia burgdorferi durch die Zecke Ixodes ricinus. Der Zeckenbiss (genauer gesagt, Zeckenstich) wird oft nicht bemerkt.
Erstes Anzeichen ist eine wandernde, flächenhafte Rötung (Erythema migrans). Diese tritt Tage bis Wochen nach dem Zec
kenbiss auf.
Weitere Infektionen, die, wenn auch viel seltener, zu einer infekt iösen Polyn europat hie führen können (Auswahl): Masern, Herpes, HIV, Diphtherie, Lepra und Malaria.

Ad 2: Die metabol ische Polyn europathie wird durch im (eigenen) Stoffwechsel anfallende Stoffe verursacht.
Das klassische Beispiel ist die diabetische Polyneuropathie, eine
Nervenkrankheit, bei der krankheitsbedingt (Diabetes mellitus) im Stoffwechsel anfallende Ketone (= Bezeichnung für Kohlenwasserstoffderivate mit einer oder mehreren Ketongruppen, z.B. CH3-CO-CH3) einen Multienzymkomplex blockieren, dessen Ausfall durch Bindung der alpha-Liponsäure zu Einlagerung von Sorbitol in den Zellen führt (intrazelluläres Ödem möglich). Diese Nervenerkrankung tritt bei jedem dritten Diabetiker auf.
Bei übermäßiger Anhäufung von Ketonen im Körper können diese auch wie ein Gift wirken, so daß man eine diabe tische,
metabol ische Polyneu ropathie auch als tox ische Polyneuropath ie bzw. endotoxische Polyneuropathie (weil das Gift im eigenen Körper gebildet wird) bezeichnen kann. Nieren

Weiter Ursachen, die zu metabolische n Polyneuropathien führen können:

  • Vitamin B12-Mangel,
  • Vitamin E-Mangel,
  • Morbus Refsum (unnatürliche Speicherung der Phytansäure als Folge einer Störung der Alpha-Oxidation)
  • Bassen-Kornzweig-Syndrom (Hypocholesterinämie und Verminderung der beta-Lipoproteine),
  • Morbus Fabry (Mangel an alpha-Glucosidase).
  • Urämie - die sog. urämische Polyneuropathie entsteht durch eine "Harnvergiftung" bei Niereninsuffizienz (= ungenügende Funktion bzw. Leistung der Nieren)

Ad 3: Ischämische Polyneuropathie - "Ischämisch" bzw. Ischämie bezeichnet eine Blutleere oder Minderdurchblutung (Durchblutungsstörungen) eines Gewebes infolge unzureichender oder fehlender arterieller (= die Schlagader betreffender) Blutzufuhr infolge Einengung bzw. Verschluß der Gefäßlichtung.
Ursache für eine ischäm ische Polyn europathie ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Diese führt allmählich zu einer ischäm ische n Gewebs- bzw. Nervenstörung. Nicht selten ist die is chäm ische Polyn europathie mit einer d iabetischen Polneuropathie kombiniert, da arterielle Durchblutungsstörungen auch im Rahmen eines Diabetes mellitus (= die Zuckerkrankheit) auftreten können. Diese Kombination beschreibt der Begriff "diabetischer Fuß".
Die ersten Anzeichen einer ischäm ische n Pol yn europathie treten hpts. in den F üßen, ganz selten auch in den Hän den auf.

Ad 4: Tox ische Polyneuropathie (= durch Gifte hervorgerufene PNP)
Unterschieden werden 2 Gruppen:

  1. endotoxische PNP: das Gift wird im Körper selbst produziert
  2. exotox ische PNP: das Gift von außen dem Organismus zugeführt

Das klassische Beispiel für eine endotoxische Pol yneuropathie ist die diabet ische Po lyneuropathie, bei der krankheitsbedingt (Diabetes mellitus) anfallende (giftige) Ketone einen Multienzymkomplex blockieren, dessen Ausfall durch Bindung der alpha-Liponsäure zu Einlagerung von Sorbitol in den Zellen führt (intrazelluläres Ödem möglich).
Weitere endotoxische Ursachen (Auswahl):

Das klassische Beispiel für eine exotoxische Polyn europathie ist die alkoholische Polyneuropathie.
Weitere exotoxische Ursachen (die häufigsten):

  • Medikamente (Vinca-Alkaloide, Nitrofurantoin, Vitamin B12 hochdosiert u.a.m.)
  • Gewerbegifte
  • Schwermetalle, z.B. Blei, Thallium, Arsen

Die toxische PNP bei einer Beivergiftung zeigt eine Besonderheit. Hier steht eine Lähmung der Streckermuskulatur an den Händen, seltener auch an den Beinen im Vordergrund, weniger Schmerzen. Manchmal kommt es auch zu Hör-und Sehstörungen.
Bei einer PNP aufgrund einer Thalliumvergiftung zeigt sich in typischer Weise Überempfindlichkeit der Fusssohlen, schon geringste Berührungen führen zu unerträglichen Schmerzen (Allodynie).
Bei einer Arsenvergiftung konzentriert sich die PNP hauptsächlich auf Hände und Füße (Schmerzen und Mißempfindungen).


Therapie

In erster Linie muß diese, falls möglich, natürlich kausal (= gegen die Ursache gerichtet), erfolgen.
Am häufigsten wird der Schmerztherapeut wegen einer Pol yneuropathie bei Diabetes mellitus aufgesucht. Zur Stabilisierung eines möglichen Therapieerfolgs, aber auch um eine weitere Beschwerdezunahme zu verhindern, ist es sehr wichtig, die Stoffwechsellage zu optimieren. Dazu ist eine enge Kooperation mit dem behandelnden Hausarzt oder Internisten notwendig.
Die häufigste Ursache für eine toxische Polyneuropathie
(= durch giftige Stoffe verursachte) ist ein Alkoholmißbrauch; wegen der komplexen Kausalität der Alkoholabhängigkeit kann dieses Problem in der Regel nicht im Rahmen einer Schmerzsprechstunde gelöst werden. Es muß versucht werden, dem Patienten zu erklären, daß eine spezifische Schmerzbehandlung nur dann sinnvoll sein kann, wenn auf weiteren Alkoholgenuß verzichtet wird. Angesichts der Fülle möglicher weiterer Noxen (= schädliche Stoffe) ist das Aufspüren derselben im allgemeinen schwierig. Hervorzuheben ist, daß nicht selten auch Analgetikaabusus (= Schmerzmittelmißbrauch) zu einer Pol yneuropathie führen kann.

Symptomatische (= auf die Krankheitszeichen ausgerichtete) Therapie der Polyneuropath ie:

  • Thioctsäure - Bei Diabetes mellitus anfallende Ketone blockieren einen Multienzymkomplex, dessen Ausfall durch Bindung der alpha-Liponsäure zu Einlagerung von Sorbitol in den Zellen führt (intrazelluläres Ödem möglich) (Besinger 1988). Orale (= in Tropfen- oder Tablettenform verabreichte), intravenöse (= ins Blutgefäß) oder intramuskuläre Gabe von Thioctsäure (= alpha-Liponsäure) führt zu einer Reaktivierung des Multienzymkomplexes und möglicherweise zur Bindung diabet ischer Ketone.
  • Neurotrope Vitamine (= "Nervenvitamine"): Die mehr oder weniger hochdosierte Verabreichung neurotroper Vitamine ist bei Pol yneuropathie allgemein üblich. Leider führt diese Therapiemaßnahme in den wenigsten Fällen zu einer Verbesserung. Hohe Dosen von Vitamin B6 können selbst neurotoxisch (= wie ein Nervengift) wirken und eine Neuropath ie induzieren, über die zentralen Effekte von Vitamin B12 sind die Meinungen im Widerstreit (Zöllner et al. 1988).
  • Analgetika (= Schmerzmittel): Schmerz en aufgrund einer Pol yneuropathie sind in der Regel durch Schmerzmittel nur schwerlich günstig zu beeinflussen. Am ehesten ist noch ein Effekt von zentral wirksamen Analgetika (= Schmerzmittel die im Rückenmark / Gehirn wirken) zu erwarten. Aus diesem Grunde ist es nicht möglich, ein sicher wirksames Medikament zu empfehlen. Eine Kombination aus Metamizol und Chinin soll relativ zuverlässig schmerzlindernd sein. Ein Gemisch aus Uridin- und Dinatriumsalze (Keltican®) kann versucht werden.
  • Gegen die Schmerz en bei einer Pol yneuropathie wirken am besten sog. Antiepileptika (= eigentlich Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei Nervenschmerzen hilfreich). Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Auch kann aus dieser Gruppe Lamotrigin bei der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie empfohlen werden.
  • Andere Medikamente: Bei crampiformen (= muskelkrampfartige) Beschwerden werden zur Schmerztherapie Baclofen und Calcium-Antagonisten empfohlen (Gerstenbrand et Rumpl 1988).
    Das Antidepressivum Duloxetin, ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, ist auch zur Schmerztherapie bei einer diabetische n Polyneuropathie zugelassen. Es soll die Schmerzen signifikant reduzieren (http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/03/24/055a1302.asp?cat=/medizin).
    Die fettlösliche Thiamin-Vorstufe Benfotiamin ist bei Polyneuropathie wirksam und gut verträglich (http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/09/19/166a1103.asp?cat=/medizin)
    Unter dem Aspekt der Schmerzdistanzierung können Antidepressiva und Neuroleptika (= Mittel zur Behandlung der Psyche, aber auch bei Schmerzen wirksam) versucht werden.

Physikalische Therapie:
Eine Vielzahl von Methoden sind geeignet, das Schmerz
bild einigermaßen erträglich zu halten. Zu erwähnen wären besonders kalte oder warme Wickel, Wechselbäder, Kneipp`sche Güsse, Wärmekammer oder eine oberflächliche Kryobehandlung (= Kältebehandlung) mit Kondensationsdampf aus flüssigem Stickstoff oder Kaltluftgenerator.
In einigen Fällen kann auch eine Linderung mit transkutaner Nervenstimulation (TENS) mittels Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden herbeigeführt werden.

Neuerdings führen wir bei einer Pol yneuropathie im Bereich der unteren Extremitäten (= Beine) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die Unterschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Ahängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im gleichen Rhythmus) Gefäßtraining. Durch die Verbesserung der Durchblutung wird der Stoffwechsel der Nervenzellen optimiert. Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de (einfach anklicken).
Auch eine sog. Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.

 

Spezielle Schmerztherapie

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Wiederholte
Nervenblockade n - Die wiederholte Blockierung (Betäubung) der korrespondierenden Nervenleitungen mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) hat sich sehr bewährt. Dabei kommt es neben der (erwünschten) Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) gleichzeitig zu einer Blockade vegetativer (sympathischer) Faseranteile (Sympathikolyse), woraus eine sehr deutliche Mehrdurchblutung im korrespondierenden Gewebebereich resultiert, die jedem entzündlich/degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei der Pol yneuropathie nicht nur symptomatisch, sondern auch kurativ (= auf die Ursache ausgerichtet).Eine derartige Durchblutungssteigerung führt auch zu einer Optimierung eines gestörten und damit potentiell schmerzauslösenden Metabolismus (= Stoffwechsel) der Nervenzellen.
Im Bereich der oberen Ex tremitäten (= Arme) (besonders beim Lundbaek Syndrom) bietet sich die Blockade des Pl exus brach ialis (= großes Armnervengeflecht) an, insbesondere kontinuierlich mit Katheter.
Im Bereich der unteren Ex
tremitäten (= Beine) kann, besonders bei distal (= weiter unten) betonten Beschwerden, zunächst der Nervus isch iadicus wiederholt blockiert werden. Nach probatorisch guter Wirkung empfiehlt sich zur Durchführung einer kontinuierlichen (repetitiven) Blockade die Einpflanzung eines Katheters (* siehe unten).
Bei den häufig vorkommenden sockenförmigen Beschwerden gilt es jedoch zu bedenken, daß im Knöchel
bereich auch der Nervus saphenus beteiligt sein kann, der dann in die Blockadetherapie mit einbezogen werden muß.
Bei Beschwerden im Bereich der unteren Ex
tremitäten (= Be ine) kann auch eine niedrig dosierte per idurale (= rückenmarknahe) Blockade durchgeführt werden. Dabei gilt, daß eine Therapie mit Leitungsblockaden dann optimal ist, wenn diese möglichst kontinuierlich durchgeführt werden, d.h., die Folgeblockade sollte immer dann gesetzt werden, wenn die vorhergehende eben abgeklungen ist. Dieser Forderung wird am ehesten die Kathetertechnik gerecht (* siehe unten). In der Regel reicht eine geringe Lokalanästhetika-Dosierung aus (z.B. Bupivacain 0,125 bis 0,15%). Zur Therapie werden auch Sak ralblockaden (= rückenmarknahe Blockade durch eine Öffnung im Kreuzbein hindurch) empfohlen (Kossmann et al. 1988).

Fast regelmäßig kommt es nach einer intensiven Blockadebehandlung bzw. Behandlung mit Lokalanästhetika zu einer Besserung der Pallästhesie (= Vibrationsempfinden), so daß sich die diesbezügliche Untersuchung zur Objektivierung eines Behandlungserfolges eignet.

Intravasale (= in ein Blutgefäß verabreichte) Lokalanästhetika-Gabe:
Bei polyneuropathischen Beschwerden im Beinbereich hat sich die wiederholte intraarterielle
(= in die Schlagader) Einspritzung eines Lokalanästhetikum s (= örtliches Betäubungsmittel) (z.B. Lidocain in niedriger Konzentration) gut bewährt. Dabei verabreichen wir eine Serie von ca. 10 Injektionen in die Arteria femoral is (= Schlagader im vorderen Oberschenkel) an aufeinander folgenden Tagen, jeweils 1x täglich. Um die Traumatisierung (= Verletzung) der Arterienwand möglichst gering zu halten, wird eine sehr dünne Kanüle verwendet. In der Regel geben die Patienten unmittelbar nach dem Einspritzen ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Wärmegefühl im behandelten Bein an. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde bewußt um das Gefäß herum infiltriert.

Sehr gute Erfolge sehen wir, wenn bei der Pol yneuropathie oben beschriebene Nervenblockade n mit einer Infusionsserie kombiniert wird. Der Infusionslösung (z.B. 500 ml NaCl) werden 1-1,5 mg/kg Körpergewicht Lidocain zugesetzt.

* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen Ner ven oder das betroffene Nervengeflecht eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel in den Katheter auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen, auch bei einer Pol yneuropathie.

Haftungshinweis:
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aktualisiert: >26.04.2008</> http://www.polyneuropathie.eu  <strong></strong>